Am 11. November, dem Martinstag, hieß es im Team des Martinsladens „Abschied nehmen“. Die zwei Gründungsmitglieder Erika Kraft und Dr. Albert Brendle geben nach jahrelanger Arbeit in der ersten Reihe des Ladenteams und des Kuratoriums ihre Ämter ab. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von einem Quartett des Musikvereins Miltenberg.
St. Martin als Beispiel für das Engagement und für das “Herzblut”, das die beiden zu Feiernden in den Martinsladen steckten, wurde an diesem Abend durch die Redner Philipp Ehni und Pfr. Jan Kölbel häufig aufgegriffen. Das Projekt MartinsLaden ist eine Kooperation von Caritasverband für den Landkreis Miltenberg, katholischer Pfarreiengemeinschaft St. Martin Miltenberg-Bürgstadt, evanglisch-lutherischer Kirchengemeinde Miltenberg und Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg. Sie steht beispielhaft für ein konstruktives Miteinander und Gelingen von freiwilligem Engagement im südlichen Landkreis.
Vom Moment der Gründung eines selbstständigen Tafelladens in Miltenberg aus dem Sachausschuss Caritatives & Soziales des Pfarrgemeinderats St. Jakobus hin zur Idee eines Tafelladens in Miltenberg 2006 an, waren Dr. Albert Brendle und Erika Kraft als Denker und Anpacker mit anderen Personen im Gründungsteam dabei. Zwei Ideen für Hilfe in der Not standen Pate: noch gut zum Verzehr geeignete Lebensmittel zu retten und sie an nachgewiesen benachteiligte Personen bzw. Bedarfsgemeinschaften zu einem symbolischen Preis abzugeben. Viele Überlegungen und Abwägungen sowie Gewinnung von Kooperationspartnern in den Jahren 2006-2008 halfen, aus einer guten Idee eine gute Sache werden zu lassen.
Philipp Ehni, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg, skizzierte die Geschichte des MartinsLadens aus dem Geist des Hl. Martin und wies auf einige Fakten hin. So z.B. die ökonomische Situation von aktuell 450 registrierten Kunden/innen des MartinsLadens Miltenberg, die im dreiwöchigen Rhythmus dort einkaufen können. Die Migration aus Syrien, die Covid Pandemie und der Krieg in der Ukraine stellten den MartinsLaden und seine Mitarbeiterinnen vor enorme Herausforderungen mit Blick besonders auf die Sicherheit und die Bedürfnisse der Kunden/innen. Im Einsatz dafür leisten zur Zeit 75 Mitarbeiterinnen jährlich 10.000 Stunden im freiwilligen Engagement. Dieser Einsatz trifft auf die Unterstützung und das Vertrauen von vielen Spender/innen (Discounter, Unternehmen, Einrichtungen und Privatpersonen). Sie ermöglichen überhaupt erst durch die Abgabe der Lebensmittel, Hygieneartikel oder Sonderartikel an bedürftige Kunden/innen durch den MartinsLaden. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für besondere Aktionen wie z.B. die Wunschbaum-Aktion für Kinder an Weihnachten zusammen mit dem Lions Club Amorbach Miltenberg.
Philipp Ehni dankte Dr. Albert Brendle für sein großartiges Engagement, für die immer wertschätzende und konstruktive Zusammenarbeit unter den Mitarbeiterinnen, im Koordinationsteam und Kuratorium, für sein Engagement Menschen für eine gute Sache zu begeistern, für seine Ideen und Impulse, für den beherzten Mut und die Tatkraft, sich als “Überzeugungstäter” dort einzubringen, wo gerade im Dienst des MartinsLaden die Not am größten ist.
Pfr. Jan Kölbel würdigte das Engagement von Erika Kraft von der ersten Stunde an. Sie war aus seiner Sicht die diakonisch hoch einsatzbereite Herzkammer des Projekts. Sie suchte stets nach pragmatischen Lösungen und stärkte so die Zusammenarbeit. Besonders betonte Pfr. J. Kölbel auch ihre Gabe, kommunikativ und gewinnend auf Menschen zuzugehen und sie für den Dienst im MartinsLaden zu gewinnen.
Elke Clausmeier dankte im Namen des gesamten Ladenteams und überreichte eine gerahmte Bildcollage mit Fotos und Wünschen der Mitarbeiterinnen im Laden. Für das Gemeindeteam Miltenberg St. Jakobus würdigte Franziska Rösler den Einsatz der beiden.
Heinrich Almritter, Geschäftsführer des Kreiscaritasverbands, moderierte den Abend und dankte im Namen des Caritasverbands für die gelungene Zusammenarbeit.
Erika Kraft und Dr. Albert Brendle dankten mit bewegten Worten für die Wertschätzung, das Vertrauen und Zusammenarbeit mit allen Mitarbeiter/Innen und Institutionen. Sie wünschten den aktuell Verantwortlichen stellvertretend Elke Clausmeier (Ladenteam) und Alfred Meixner (Fahrerteam) viel Kraft für den weiteren Dienst im MartinsLaden.
Weihbischof em. Ulrich Boom, der damals als Pfarrer von Miltenberg die Anfangszeit des MartinsLadens mit begleitete, bedankte sich mit einem Beispiel bei den beiden, in dem eine Frau zu einer Tätigkeit im Besuchsdienst sagte: „Das ist kein Ehrenamt, das ist Anstand“. Passender ist das überaus große Engagement von Erika Kraft und Dr. Albert Brendle nicht zusammenzufassen.
Zum Schluss segneten Weihbischof Ulrich Boom, em und Pfr. Lutz Domröse die Anwesenden und Heinrich Almritter lud die Anwesenden zu Begegnung und Gespräch ein.