Vor kurzem habe ich in einem Buch von Susanne Niemeyer „Mut ist… Kaffeetrinken mit der Angst“ folgende Frage gelesen: „Ist Stille Abwesenheit oder Anwesenheit?“.
Ich finde diese Frage wirklich gut und mag Sie deshalb ein wenig an meinen Gedanken teilhaben lassen.
Als erstes fällt mir ein, dass Stille natürlich Abwesenheit ist. Abwesenheit von den vielen Geräuschen, von dem Lärm, der uns heute fast überall umgibt. Seien es Verkehrsgeräusche, Baulärm oder Musik, an der ich gar nicht teilhaben möchte, weil sie nicht meinen Geschmack trifft. Wann ist es schon einmal wirklich still?
Auf der anderen Seite kann ich aber auch Stille in einer nicht ruhigen Umgebung erfahren. Dann hat Stille also etwas mit mir selbst zu tun und sicherlich auch mit Übung. Aber wenn ich dann ganz ruhig dasitze, dann kann ich hin und wieder spüren, wie sich ein innerer Raum in mir füllt. Dann weiß ich, ich bin nicht allein, ich bin umgeben und sanft getragen von einer göttlichen Kraft. Und dann erlebe ich Stille als Anwesenheit. Es ist also möglich, die Frage von Susanne Niemeyer mit Abwesenheit und Anwesenheit zu beantworten.
Wie auch immer Sie diese Frage beantworten, ich wünsche Ihnen, dass die Stille in Ihrem Leben ein passendes Maß hat und Sie sie als wohltuend und stärkend erleben.
Herzliche Grüße
Angelika Spalek, Gemeindecaritas