Wie wird ein Urlaub zu einer erholsamen Auszeit?

Vielleicht klingt die Frage für manche Menschen paradox, doch es ist kein Automatismus, dass wir uns nach der arbeitsfreien Zeit erholt und voller Tatendrang wieder dem Alltag widmen. Die Stressforschung gibt einige Tipps, die hilfreich sein können, um die richtigen Weichen zu stellen.

Wichtig ist es, den Urlaub gut zu planen, das meint z. B. zu vermeiden, dass sich das Arbeitspensum vor dem Beginn des Urlaubs noch erhöht. Gerade in den Sommerferien gehen häufig mehrere Menschen gleichzeitig in die freie Zeit. Um dann noch vorher alles Nötige wegzuschaffen, legen wir oftmals noch eine Schippe drauf, das senkt unser Energielevel noch zusätzlich. Gute Absprachen können hier ein bisschen von dem Druck rausnehmen.

Für manche Menschen ist das Kofferpacken ein Graus. Packlisten können helfen, nichts zu vergessen und ein frühzeitiges Bereitlegen der Kleidung und anderer Reiseutensilien vermeiden zusätzlichen Stress. Eine weitere Empfehlung ist, dass wir genügend Zeit für die Reisewege einplanen. Wenn wir versuchen, den Weg bereits als Urlaub zu betrachten, kommt schon mehr Leichtigkeit in die Anreise.

Was wollen wir an unserem Urlaubsziel alles erleben und sehen? Wenn wir uns bereits vorher gemeinsam Gedanken über mögliche Aktivitäten machen, können wir übersteigerte Ansprüche minimieren und fahren mit realistischeren Erwartungen in die vor uns liegenden Tage. Ein Urlaub, in dem man viel sieht und erlebt, kann großartig sein, dennoch sollten wir ein „Zuviel“ vermeiden. Fragen wie „Was will ich sehen oder machen und was ist in der jeweiligen Zeit in aller Ruhe gut leistbar?“ können beruhigende Perspektiven eröffnen. Erholung entsteht oft in den ungeplanten Momenten: ausschlafen, lesen, in aller Ruhe essen, den Moment genießen und einfach mal nichts tun.

Ein ausgeglichener Wechsel zwischen Ruhephase und Bewegung, gern in der Natur, fördert zudem die entspannende Wirkung des Urlaubs. Spazierengehen, schwimmen oder Rad fahren senken die Stresshormone und lassen die Glückshormone steigen. Wer nicht versucht, jede Minute maximal auszukosten, erlebt oft mehr Erholung und schafft Raum für Spontanität.

Wenn man mit der Familie oder anderen Menschen unterwegs ist, ist es vielleicht schwer, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Dennoch ist es gut, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse im Blick haben, auch wenn das bedeutet, vielleicht einmal etwas allein zu unternehmen. Möglich ist aber auch, das von Klassenfahrten bekannte „jetzt ist Freizeit“ wieder aufleben zu lassen, in der jedes Gruppen- oder Familienmitglied machen kann, was es möchte.

Ganz oben auf der Empfehlungsliste der Stressforscher:innen steht natürlich, die Zeit am Smartphone zu reduzieren und das Büro nicht auf diese Weise mit in den Urlaub zu nehmen, das hilft beim Abschalten.

Und um noch einmal auf unsere Erwartungen zurückzukommen: Ein Urlaub muss nicht „perfekt“ sein, um schön und erholsam zu sein. Kleine Pannen sind ganz normal und gehören zum Leben dazu. Manchmal führen gerade sie zu besonderen Begegnungen oder an schöne Orte, die wir sonst nie erlebt oder gesehen hätten.

Autorin: Angelika Spalek