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Auch im Kreis Miltenberg leiden viele Menschen unter den Ausgangsbeschränkungen oder sind in ihrer materiellen Sicherheit bedroht. Ihnen bietet der Caritasverband in vielfacher Weise Hilfe und Unterstützung an. Die nun nötigen zusätzlichen Leistungen zwingen den Wohlfahrtsverband aber zu einer außergewöhnlichen Maßnahme: „Damit wir im Landkreis Miltenberg weiterhin ausreichend arbeiten können, sind wir auf Solidaritätsspenden angewiesen“, zu diesem Fazit kommt Caritas-Geschäftsführer Heinrich Almritter. Mit einem Spendenaufruf unter dem Titel „Solidarität MIL“ wendet sich die Caritas daher an die Bevölkerung.

Der Grad der psychischen und wirtschaftlichen Betroffenheit ist zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen sehr unterschiedlich. Aber auch Menschen, die wir normalerweise als gut situiert wahrnehmen, können durch die Schließung ihres eigenen Geschäftes, ihrer Gaststätte oder ihres Dienstleistungsbetriebes ganz schnell an die Belastungsgrenzen kommen, wenn Darlehen nicht mehr bedient, Mieten nicht mehr bezahlt werden können. Andere, die mit einem regulären Arbeitsverhältnis bisher als recht gut über die Runden kamen, fallen nun in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit. Noch viel schlimmer sind jene dran, die vorher schon nicht viel hatten, die keine Rücklagen bilden konnten, denen z.B. Zuverdienstmöglichkeiten in Minijobs oder Unterstützungssysteme wegbrechen. Für viele von ihnen steht nun auch die Caritas bereit, um helfend tätig zu werden.

Gerade in Krisen steigen aber nicht nur die finanziellen, sondern auch die psychischen Probleme, wie die Beratungstelefone der Krisendienste und der Telefonseelsorge sehr eindrücklich berichten. Die Caritas hält daher auch in der aktuellen Krisenzeit ihr Beratungsangebot aufrecht, wenn dies auch fast nur noch telefonisch geschehen kann. Mit der Schuldner- und Insolvenzberatung reagiert sie auf die zunehmende Verschuldung der Privathaushalte, die Erziehungs- oder Suchtberatung stehen mit psychologischer Hilfe zur Verfügung, während die Flüchtlings- und Integrationsberatung auch in Coronazeiten geflohenen Menschen zur Seite steht. Neben weiteren Beratungs- und Hilfsangeboten ist besonders die Allgemeine Sozialberatung zu nenne, die z.T. auch materiell durch Lebensmittelgutscheine oder kleine Geldbeträge unterstützen kann. Dies alles geschieht parallel zu den Aktivitäten der MartinsLäden, die in Miltenberg und Erlenbach Lebensmittel an finanziell schlecht gestellte Familien abgeben. In diesen Projekten wirken Kirchengemeinden, Caritas und die Sparkasse Miltenberg/Obernburg gemeinsam, um den zunehmenden Bedarf zu decken.

Eine ganz direkt auf die psychische Situation vereinzelter Menschen reagierendes Angebot hat der Fachdienst Gemeindecaritas zusammen mit der Pfarreiengemeinschaft St. Martin Miltenberg-Bürgstadt aus der Taufe gehoben: Das Babbelfon ermöglicht, bei Einsamkeit einen Gesprächspartner zu finden und sich für eine halbe Stunde die Sorgen von der Seele reden zu können. Zudem bietet der Caritas-Familienstützpunkt sein Kummertelefon an, das sich speziell an Familien mit besonderen Belastungen während der Corona-Krise wendet.

Da derzeit vermehrt Menschen in soziale, psychische und finanzielle Probleme geraten, reichen die Mittel der Caritas zur zusätzlichen Unterstützung dieser Menschen nicht mehr aus. Der Wohlfahrtsverband sieht sich daher gezwungen, die Bevölkerung um Mithilfe zu bitten. Unter dem Stichwort „Solidarität MIL“ sind Spenden auf folgende Konten möglich: Sparkasse Miltenberg-Obernburg, IBAN: DE85 7965 0000 0620 1011 05 oder Raiffeisen-Volksbank Miltenberg eG, IBAN: DE92 5086 3513 0001 8302 01. Das Geld kommt ausschließlich und ohne Abzug von Verwaltungskosten dem angegebenen Zweck zugute.

Bild: Ein Paket mit Lebensmitteln und Hygieneartikel für Obdachlose wird im Franziskushaus der Caritas zurecht gemacht Foto: Caritas MIL

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