06.07.2010

LUCKY ART – neue Ausstellung bei der Caritas im Franziskushaus

Vernissage mit intensiven Gesprächen

LUCKY ART - Vernissage

Ein Teil der Teilnehmer bei der Vernissage LUCKY ART

Pressefoto

Mit rund 20 Besuchern war die Vernissage am vergangenen Freitag im Franziskushaus der Caritas eine der kleineren. Angesichts der gleichzeitig stattfindenden „Nacht der Künstler“ ist dies erklärbar. Allerdings entstanden wohl gerade deshalb besonders gute Gespräche und Peter „Lucky“ Kraft konnte seine LUCKY ART in angenehmer Atmosphäre präsentieren.

Umrahmt von sehr einfühlsamen Liedern, die der Singer-Songwriter Philipp Dorn selbst auf der Gitarre begleitete, erläuterte Caritas-Mitarbeiter Martin Pechtold den Werdegang des ausstellenden Künstlers. Peter Kraft, besser bekannt als „Lucky“, kam 1970 in Alzenau zur Welt. Im Alter von 20 Jahren wurde bei ihm eine manisch-depressive Erkrankung diagnostiziert. Verschiedene Psychiatrieaufenthalte brachten ihn in Kontakt zur Kunsttherapie und damit zu einer Möglichkeit, sich – wie er selbst sagt – kreativ auszudrücken, etwas Neues zu schaffen, seine Ideen und Gedanken darzustellen, Energie frei zu setzen, mit seinen Gefühlen umzugehen.

Darüber hinaus hindert seine Krankheit Peter Kraft nicht daran, sehr aktiv am kulturellen und kreativen Leben am Untermain teilzunehmen. Mit dem Aschaffenburger Poetry Slam, dem Blauen Wunder am Blauen Klavier und dem Schüler Poetry Slam organisiert und moderiert er kulturelle Veranstaltungen, er inszeniert eigene Lesungen und einige seiner Texte wurden bereits veröffentlicht. LUCKY ART nennt er sein Engagement, zu dem auch Ausstellungen seiner Bilder gehören.

Da am Beginn des bildnerischen Schaffens von Peter Kraft die Kunst als Therapiemöglichkeit stand, zitierte Martin Pechtold bei seinen Ausführungen die Kunsttherapeutin Dagmar Wirth. Sie hatte selbst schon mehrfach bei der Caritas im Franziskushaus ausgestellt und betont: „Mein Anliegen ist es, Menschen innerhalb der Kunsttherapie die Möglichkeit zu eröffnen, sich jenseits von Leistungsdruck – dies muss ein schönes Bild werden – gestalterisch auszudrücken, um so Ängsten, Hoffnungen, Gefühlen und dem Unaussprechlichen Gestalt zu geben und die eigene psychische Entwicklung zu unterstützen. Es geht darum Ressourcen zu fördern, nicht oder wenig gelebte Anteile der Persönlichkeit zu stärken und zu integrieren und im weiteren Schritt kreative Lösungsstrategien auch für den Alltag zu entwickeln.“

Hiervon ausgehend bemerkte Pechtold zu den Werken von Peter „Lucky“ Kraft: „Wir sehen ab heute eine Ausstellung, die so gar nicht in das Klischee sonstiger Kunstausstellungen passt, eine Ausstellung, die nicht angepasst oder leicht verdaulich sein will, bei der das Hängen der Bilder genauso eigentümlich ist wie die gewagte Mischung der Techniken, der Themen, Formate und Rahmungen – eben LUCKY ART. Und da passt auch dazu, dass Peter Lucky Kraft nicht die ganze zur Verfügung stehende Fläche genutzt hat, sondern Raum ließ, um auch noch die anderen Bilder, die sonst hier zwischen den Ausstellungen zu sehen sind, aufzuhängen. Auch das ist wohl: LUCKY ART, also auch Raum lassen für andere.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. August in den Räumen der Caritas im Miltenberger Franziskushaus zu sehen. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr.

Martin Pechtold



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