03.05.2010
Mai-Fest ein voller Erfolg
Ansprache von Prof. em. Rainer Roth und viel Live-Musik
Die lokalen Medien interessierten sich leider nicht für das Mai-Fest am Vorabend des 1. Mai. Daher freut es die Veranstalter umso mehr, dass die regionale Internetseite kommunal.tk, die bereits im Vorfeld die Mai-Veranstaltungen am Untermain angekündigt hatte, einen Beitrag veröffentlichte, aus dem wir mit Erlaubnis der Redaktion kommunal.tk hier zitieren:
„Bereits am Vorabend es 1. Mai, also am Feitag, 30. April, wurde eine Mai-Feier in Miltenberg durchgeführt. Ein Redner ging darauf ein, dass dies vermutlich die erste Mai-Feier in Miltenberg seit dem letzten Weltkrieg war, damit also die erste demokratische Mai-Feier seit 1932!
Als Hauptredner sprach Prof. em. Rainer Roth. Er ging schonungslos mit dem Kapitalismus ins Gericht, einem Wirtschaftssystem, das dank zwanghafter Profitorientierung immer wieder zu Krisen führen muss. Nicht die angebliche Gier ist Auslöser der aktuellen Krise, die noch lange nicht beendet ist, sondern der grundlegende Charakter eines Wirtschaftens, das auf privater Aneignung basiert und nur einen wirklichen Sinn kennt: Aus Geld mehr Geld zu machen. Es gilt, so Rainer Roth, sich durch Gier-Geschwätz und anderem Unsinn nicht von der Durchsetzung von Verbesserungen und dem Kampf gegen weitere Zumutungen für die Mehrheit der Bevölkerung ablenken zu lassen. Konkrete Forderungen hält er dabei für sehr wichtig; so favorisiert er 500 Euro Eckregelsatz für Arbeitslosengeld-II-Bezieher/innen, 10 Euro steuerfreien Mindestlohn pro Stunde und 30 Wochenstunden Arbeitszeit bei Lohnausgleich.
Musik gab es beim Miltenberger Mai-Fest auch. Sie machte sogar mehr als die Hälfte des rund zweieinhalbstündigen Programms aus. Neben dem bereits am Untermain bekannten und anerkannten Liedermacher Reinhard Frankl erspielte sich Yohazid aus Frankfurt/Main mit seinen kräftigen, provozierenden und mit großer Spielfreude interpretierten Songs eine Fangemeinde in Miltenberg.
Gut 50 Besucher des Mai-Festes – und damit fast doppelt so viele wie erwartet – kamen und hörten auch die Grußworte des DGB, der syndikalistischen FAU und der Betriebsseelsorge Aschaffenburg-Miltenberg. Diese trat auch als Veranstalterin auf, zusammen mit dem Freundeskreis Café fArbe e.V., dem Café fArbe selbst (Erwerbslosentreff der Caritas) und attac Aschaffenburg-Miltenberg sowie der JuZ (Jugendinitiative für ein unabhängiges Zentrum in Miltenberg).“
Bei kommunal.tk finden sich auch der Miltenberger Vortrag von Rainer Roth sowie das Einladungsflugblatt.


